Das Ende des Professors

 

 

Das Ende des Professors Tschesnokow

In Deutschland existiert eine unbekannte literarische Subkultur jüdischer Immigranten aus der ehemaligen UdSSR. Es handelt sich hierbei um zahlreiche Schriftsteller, Dichter und Kritiker. Doch selbst eingefleischte deutsche Literaturkenner finden kaum Zugang zu dieser Literatur. Denn die Werke erscheinen auf Russisch, meist in russisch-sprachigen Zeitschriften und Zeitungen. Ein engagiertes Mitglied des Verbandes russischer Schriftsteller in Deutschland Igor Schestkow, der im Alter von 34 Jahren als jüdischer Flüchtling aus der UdSSR nach Deutschland kam, bietet nun mit seinem ersten deutschen Prosaband einen Beitrag aus dieser verborgenen Literaturszene an. Seine 34 Erzählungen basieren auf wahren Begebenheiten. Schestkow lenkt in ihnen den Blick auf die Zeit seiner Moskauer Kindheit bis zu seiner Ausreise 1990. Die Texte gewähren Einblicke in die menschliche Psyche einerseits und in soziale und politische Missstände andererseits. Sie fixieren Resultate von langjähriger in der sowjetischen Gesellschaft durchgeführter negativer Selektion, öffentlicher Lüge und vom langjährigen Staatsterror. „Das Ende des Professors Tschesnokow“ ist kein analytisches oder historisches Buch, sondern eine äußerst subjektive Skizze des Schriftstellers, der sich selbst und seine Zeitgenossen verstehen will. Die Sprache ist klar und ohne Trübstoffe, führt ohne Umschweife zum Fokus der Erzählungen. Meistens ist sie nüchtern drastisch, manchmal reportageartig oder sinnlich. Im Extremfall wirkt sie surreal, wenn Innen- und Außenwelt verschwimmen und sich die Handlung nur durch die absurde Logik des Albtraums fassen lässt. Das Buch 393 Seiten und kostet im Buchhandel 15 Euro. Die Leser mit Interesse an russischer Literatur und an dem großen Experiment UdSSR und seinen Folgen in den menschlichen Schicksalen werden dieses ernsthafte Buch mit Gewinn lesen.

In Deutschland existiert eine unbekannte literarische Subkultur jüdischer Immigranten aus der ehemaligen UdSSR. Es handelt sich hierbei um zahlreiche Schriftsteller, Dichter und Kritiker. Doch selbst eingefleischte deutsche Literaturkenner finden kaum Zugang zu dieser Literatur. Denn die Werke erscheinen auf Russisch, meist in russisch-sprachigen Zeitschriften und Zeitungen. Ein engagiertes Mitglied des Verbandes russischer Schriftsteller in Deutschland Igor Schestkow, der im Alter von 34 Jahren als jüdischer Flüchtling aus der UdSSR nach Deutschland kam, bietet nun mit seinem ersten deutschen Prosaband einen Beitrag aus dieser verborgenen Literaturszene an.

Seine 34 Erzählungen basieren auf wahren Begebenheiten. Schestkow lenkt in ihnen den Blick auf die Zeit seiner Moskauer Kindheit bis zu seiner Ausreise 1990. Die Texte gewähren Einblicke in die menschliche Psyche einerseits und in soziale und politische Missstände andererseits. Sie fixieren Resultate von langjähriger in der sowjetischen Gesellschaft durchgeführter negativer Selektion, öffentlicher Lüge und vom langjährigen Staatsterror. „Das Ende des Professors Tschesnokow“ ist kein analytisches oder historisches Buch, sondern eine äußerst subjektive Skizze des Schriftstellers, der sich selbst und seine Zeitgenossen verstehen will.

Die Sprache ist klar und ohne Trübstoffe, führt ohne Umschweife zum Fokus der Erzählungen. Meistens ist sie nüchtern drastisch, manchmal reportageartig oder sinnlich. Im Extremfall wirkt sie surreal, wenn Innen- und Außenwelt verschwimmen und sich die Handlung nur durch die absurde Logik des Albtraums fassen lässt.

Das Buch 393 Seiten und kostet im Buchhandel 15 Euro. Die Leser mit Interesse an russischer Literatur und an dem großen Experiment UdSSR und seinen Folgen in den menschlichen Schicksalen werden dieses ernsthafte Buch mit Gewinn lesen.  (Koch)

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